Schauen Sie nicht her, alles muß weg…

Es war einmal eine sehr nette, romantische Ecke am Nordbahnhof. Ein altes verfallenes Haus, zwei alte Tunnel, ein Pfad, eine alte Stiege.  Aktuell laufen gerade die Planungen, die diesen Bereich in die „Freie Mitte“ integrieren sollten. Aber dann ist etwas passiert…

 

Das verfallene Haus war ein Sicherheitsrisiko und mußte weg. Ok.
Der Erhalt der beiden alten Tunneln, auch Doppeltunnel genannt, war im Leitbild verankert. Eine wichtige, Fußwegverbindung unter der Schnellbahn, oder ein Ort wo Jugendliche so richtig Krach machen können.

Aber der Umgang mit der Substanz am #Nordbahnhof ist furchtbar gedankenlos. Die 100 Jahre alten Doppeltunnel wurden nicht saniert, sondern verschlossen. Die Sanierung sei zu teuer und im laufenden Bahnbetrieb nicht zu machen. In wie weit man hier das technisch, kreative Potenzial ausgeschöpft hat, wissen wir natürlich nicht. Aber die Portal, ja die Portale soll man erhalten.
Aber Moment, anstatt die Portale für den zukünftigen Park zu erhalten, wurden auch diese weggerissen. Und nicht nur die Portale, es wurde gleich bei der gesamten Ecke Tabula Rasa gemacht. 

In unserer Stellungnahme zur Widmung haben wir darauf gedrängt wenigstens die Portale zu erhalten. Als Gestaltungselement im zukünftigen Park, so wie im Leitbild vorgesehen.
Aber hier zeigt sich die große Lücke bei der Entwicklung am Nordbahnhof. Die zukünftige Betreiberin des Parks, die MA42, ist noch nicht zuständig. In der Zwischenzeit sorgt niemand für den Erhalt der historischer Substanz. Ähnlich wie beim (nicht historischen 🙂 ) Abriss des Skatepark ALM diy, wurden hier vor Fertigstellung des Gestaltungskonzeptes Tatsachen geschaffen.

Wo sich niemand drum schert, wird drüberg’schert.

Und so ist passiert, was eigentlich nicht passieren sollte. Ein historischer Bestand ist ohne Not zerstört, wieder sind hunderttausende Euro mit dem Bagger entfernt worden.

Über bleibt ein begrünter Hang. Möge das kein Sinnbild sein, für die Gestaltungskraft für die zukünftige „Freie Mitte“ Eine Ansammlung von begrünten Hängen, der historische Bestand aufs Nötigste begrenzt? Ein für uns sehr fragwürdiger Zugang. Auch was die Kosten betrifft. Im Leitbild wurde dieser Bereich mit niedrigen Errichtungskosten von 15€/m² angegeben. Es sollte ja alles bleiben. Eine einfache Parkgestaltung kostet um die 80€/m² und dann hat man nicht mehr als eine Wiese und ein paar Bäume.

Man zerstört also etwas um später viel weniger um viel mehr Geld herzustellen. Kann man machen, g´scheit finden wir das aber nicht.

Interessanterweise hat man auf der anderen Bahnseite die Tunnel nur verschlossen und nicht abgetragen. Es geht als doch auch anders, als alles einfach zu planieren.


Im Frühjahr, avisiert ist der 25. April (in der Nordbahnhalle), soll die Bürgerbeteiligung der MA42 zur Freien Mitte starten. Seien wir gespannt und wachsam, was hier passiert.

Das alles lässt natürlich auch für älteste Eisenbahnbrücke Österreichs, an der Leystraße, schlimmstes befürchten. Die ist ja seit ein paar Jahren eingezäunt, weil sie so unsicher ist, dass man nicht einmal zu Fuß drübergehen kann. Wie hat das nur die Eisenbahn die Jahre davor geschafft?

letzte-fahrt

 

 

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Ein Gedanke zu “Schauen Sie nicht her, alles muß weg…

  1. Pingback: Die Jahrhundertchance der Wiener Stadtplanung – Lebenswerter Nordbahnhof

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