Ein Schwimmbad für den Nordbahnhof

Ein Schwimmbad für den Nordbahnhof….

. ist ein langjähriger Wunsch der Bevölkerung, der schon bei einem Infoabend der ÖBB 2011, in Bürgerbeteiligung zum Leitbild etc. geäußert wurde. Auch bei unseren Veranstaltungen wurde immer wieder dieses Anliegen thematisiert.

Durch den neuen Bildungscampus tut sich nun eine Chance auf. Die Fläche ist sehr groß und es darf bis zu 23m Höhe gebaut werden.

Die Voraussetzungen sind ideal, die Auslastung ist gewährleistet:

  • 2000 SchülernInnen
  • 20.000 BewohnerInnen Nordbahnviertel
  • 9000 Arbeitsplätze
  • 10.000 BewohnerInnen Nordwestbahnhof
  • Schwimmschulen und Vereine suchen laufend freie Bahnen. Der Arbeiterschwimmverein ASV hat eine Warteliste mit 200 Personen für Schwimmkurse.

Schwimmen, ein Sport für Jung und Alt, für Klein und Groß.

Der 2. Bezirk hat kein öffentliches Hallenbad und das Bad im 20. Bezirk ist ausgelastet. In öffentlichen Bädern ist geordnetes sportliches Längenschwimmen, ohne Verein, kaum möglich. Viele Schwimmer weichen derzeit z.b. nach Klosterneuburg in das „Happyland“ aus. Dort gibt es ein Sportbecken, mit abgetrennten Bahnen und einer Schwimmordnung.
Es bietet sich ein Becken in der Größenordnung des Beckens im Blindeninstitut 1020 Wien an. Das Bad könnte untertags dem Schulbetrieb vorbehalten sein und danach & Wochenende/Ferien für die Bevölkerung offen sein. Viele Institutionen von den Kindergärten bis zum Pflegewohnhaus Leopoldstadt können davon profitieren.

In der Zwischenzeit gab es einige Gespräche mit VertreterInnen der Stadt Wien und ExpertInnen im Schwimmbadbau. Wir haben BestPractice Lösungen gesucht und auch gefunden.

Drei dieser Modelle wollen wir näher beschreiben:

1) Kompaktbad – AGN Niederberghaus & Partner GmbH

Über ein Hallenbadprojekt in Ascholding / Deutschland http://www.hallenbad-ascholding.de/?page_id=247 sind wir auf die Firma AGN gestoßen.
AGN baut Kompaktbäder, die in der Grundversion alles bieten, was ein Schwimmbad braucht.

Es ist von der Ausstattung her ähnlich, wie das in unserer Stellungnahme erwähnte Bad im Blindeninstitut 1020 Wien. https://www.agn.de/de/projekte/agnarium-kompaktbad-vreden/

Zitat AGN:

Das agnarium Kompaktbad wurde entwickelt, um bei niedrigen Investitionskosten alle Basisfunktionalitäten eines sport- und familienorientierten Hallenbades anbieten zu können. Das äußerst wirtschaftliche agnarium ist modular konzipiert und auch im Nachhinein problemlos erweiterbar. In der Grundversion ist es komplett mit einem 25 m Becken, einem Kinderplanschbecken, Umkleiden, Sanitärräumen, einem Aufsichtsraum, einem Eingangsbereich mit Kassenautomat, Drehsperren, Windfang und Aufenthaltszone sowie ausreichend Bewegungs- und Liegeflächen ausgestattet. Eine kompakte Gebäudehülle, nach der neuen EnEV gedämmt, sorgt zusammen mit einer automatisierten Gebäudetechnik für niedrige Betriebskosten

Nach Auskunft von AGN wurden die letzten Bäder in der Grundversion um Gesamt 5mio € verwirklicht. Das betrifft Bäder die auf die grüne Wiese gebaut werden.

Hallenbad Ascholding
Bildquelle: http://www.hallenbad-ascholding.de/?page_id=247
Kompaktbad Ascholding
Bildquelle: http://www.hallenbad-ascholding.de/?page_id=247

 

2) Low Energy Hallenbad, Berlin

Der Berliner Verein Pro Sport 24 e.V (6200 Mitglieder) plante 2009 ein eigenes Schwimmbad. Die Realisierung scheiterte am fehlenden Zuschuss der Stadt Berlin (20% der Projektsumme von 3,2Mio €). Ein Zeitungsartikel beschreibt das Projekt und die Idee dahinter:

http://www.dosb.de/de/sportentwicklung/sportentwicklungs-news/detail/news/niedrigenergie_schwimmhalle_koenigsweg_ohne_geld/

Das Becken ist teilbar, um vermehrt Auqakurse veranstalten zu können. Die Gesamtlänge ist 25m.

Projektstudie ProSportBerlin24e.V.
Bildquelle: Pro Sport Berlin 24 e.V.
Projektstudie: Pro Sport Berlin 24 e.V.
Bildquelle: Pro Sport Berlin 24 e.V.

3) Schwimmbad innerhalb eines Wohnbaus:

Wohnen und Schwimmen sind schon lange ein Thema. Eine Vorreiterrolle hat AltErlaa, mit 7 Dachschwimmbädern und 7 Hallenbädern.
Im Nordbahnviertel gibt es das Projekt Bike & Swim, mit einem Schwimmbad am Dach. In der Seestadt z.B. Projekte der Fa. Sozialbau mit Bädern am Dach und im Innenhof.

Einen Schritt weiter ist man im Sonnwendviertel gegangen.
Dort ist vom Bauträger Win4Wien das Projekt „wohn_zimmer“ verwirklicht worden. Hier wurde ein Wellnesscenter integriert, das öffentlich benutzbar ist.

http://www.win4wien.at/Projekte/sonnwendviertel_1Projekt.aspx

Hier die ersten Eckdaten des Projektes, nach Auskunft von Win4Wien:

Das Wellness-Center umfasst ein Schwimmbecken mit ca 7,5 x 14 Metern, ein Kinderbecken, finnische Sauna, Biosauna und Dampfbad mit Freibereich und Liegeraum sowie einen Fitnessbereich mit einer Fläche von knapp 900 m². Die Errichtungskosten betrugen EUR 1,1 Millionen. Es wurde als Gemeinschaftseinrichtung konzipiert, dh dass die Eigentümergemeinschaft (und damit auch die Mieter) die Kosten – Instandhaltung und Betrieb – tragen müssen. Die Übergabe der Wohnhausanlage fand im Herbst 2014 statt, so dass die noch kein ganzes Jahr in Betrieb stand und noch keine genauen Kosten ermittelt werden konnten. Auf Grundlage von Schätzungen wird derzeit ein Betrag von EUR 7.800,-/Monat (iW für Badeaufsicht, Energiekosten, Hygiene, …) an den Betreiber entrichtet und an die Bewohner weiterverrechnet. Bewohner zahlen derzeit EUR 3,30 für vier Stunden Schwimmbad bzw EUR 8,80 für vier Stunden Sauna inkl. Schwimmbad, externe Besucher EUR 4,- bzw 10,60.
Der Zutritt erfolgt über ein elektronisches System.

Interessant ist, dass hier Betriebskosten und realisierte Herstellungskosten vorliegen. Es wurde ein komplettes Wellnesscenter um 1,1 Mio € errichtet. Eine Lösung, wie sie uns für unser Grätzl vorschwebt, kommt mit der gleichen Fläche aus, bietet ein doppelt so großes Becken (ca. 10x25m) und verzichtet auf Sauna etc. Rechnet man 4€ pro Besuch, so erwirtschaftet man mit 2500 Besuchen im Monat 10.000€.

Sind 2500 Besuche / Monat realistisch? Wir glauben schon.

Die Anzahl an BewohnerInnen, Arbeitsplätzen und Schulkindern hat großes Potenzial. Zusätzlich haben Schwimmvereine und Schwimmschulen einen hohen Bedarf.

Oftmals klingt eine Idee auf den ersten Blick sehr unrealistisch, ist aber mit Kreativität und Hartnäckigkeit sehr wohl umsetzbar. Wichtig ist für uns die Haltung: Wir wollen das schaffen, wie geht’s?

Unterstützung der Politik, Medien und der Bevölkerung ist wichtig und gern gesehen!

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4 Gedanken zu “Ein Schwimmbad für den Nordbahnhof

  1. Ein Schwimmbad am Nordbahnhof? Unbedingt! Ich wohne seit 5 Jahren hier und die nächsten guten Schwimmbäder (Stadthallenbad) sind wirklich weit. Der Bedarf ist ganz sicher gegeben.

    1. Birgit

      Ich wohne seit 4 Jahren am Nordbahnhof und fahre im Winter bis ins Amalienbad. Angesichts der Tatsache, daß hier viele Wohnungen entstehen und auch sicher ältere Menschen hier herziehen – die nicht mehr so mobil sind, ein unabdingbares muß! In der Hoffnung daß dieses Projekt von der Bezirksvorstehung unterstützt wird!

  2. Pingback: Nähere Details zum neuen Bildungscampus am Nordbahnhof | nordbahnhof

  3. Pingback: Bruno-Marek-Allee – eine lebendige Geschäftsstraße – Lebenswerter Nordbahnhof

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