Wie fügt sich die neue Bebauung in die alte Struktur ein?

Man sieht sehr schön das man bei den Bauplätzen 11, 14, 19 und 22 mit den bestehenden Bäumen einen kleinen Platz an der Bruno-Marek Allee errichten könnte. Diese Bäume sind zum Teil schon sehr alt und auch sehr hoch. Es wäre doch schade diese zu fällen und ein paar Meter davon wieder neue zu pflanzen, die dann wieder 40 Jahre brauchen bis sie „erwachsen“ sind.

Hier eine Übersicht mit verschieden transparenten Bildern:

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Kommentar zum Siegerprojekt des städtebaulichen Wettbewerbs

Das Interesse der BewohnerInnen am Wettbewerb war schon im Vorfeld sehr hoch. Vor allem Forderungen nach mehr Grünflächen, dem Erhalt der alten Bäume und der geschützten Tierarten wurden laut. Das Wettbewerbsergebnis wurde folglich mit Spannung erwartet. Das Siegerprojekt von Studiovlay hat dann viele überrascht. Es stellt eine große Freifläche ins Zentrum und verdichtet die Verbauung an den Randzonen. Eine Entscheidung mit viel Mut, richtungsweisend für die Zukunft. Hervorragend! Für mich besticht vor allem die Konsequenz, mit der die Idee von mehr Raum für alle umgesetzt wurde. So werden, um die große Parkfläche zu realisieren, Straßen reduziert. Das spart der Stadt Erschließungskosten und den Bewohnern Verkehr. Die Sportflächen werden an der Schnellbahn konzentriert, wo der Lärm nicht stört. Auch das an Frei- bzw. Sportflächen arme Alliierten- und Volkertviertel hat dazu direkten Zugang. Eine Chance mehr, dass unsere Viertel zusammenwachsen. Hervorzuheben ist auch die Einbindung bestehender Strukturen, dazu gehören der Wasserturm und die Eisenbahnbrücke als Wahrzeichen des alten Bahnhofes, die bestehende Geländeform und die zum Teil sehr alten Bäume. Ein Punkt, der sicher noch für Diskussion sorgen wird, sind die sieben Hochhäuser (so hoch wie der Ringturm). Um strassenseitig keine hohen Sichtbarrieren zu haben, wird hier die Bauhöhe niedriger und die Hochhäuser werden an die Freiflächen gerückt. Dabei soll der Wind- und Schattenentwicklung besondere Aufmerksamkeit geschenkt werden. Bei intelligenter Umsetzung können diese Häuser markante Elemente in einem modernen und lebenswerten Stadtteil sein. Weitere wichtige Punkte sind für mich:

  • Bei der SWW Fläche bedarf es eines ehrlichen Umgangs mit der Bevölkerung. Wird im Zuge der Sanierung der Bewuchs zerstört, ist eine Ausweichfläche notwendig.
  • Die Gestaltung der Bruno-Marek-Allee und attraktive Erdgeschosszonen sind wichtig für ein lebendiges Viertel.
  • Die Lassallestraße, die Schnellbahn und der Handelskai schotten das Viertel ab. Hier sollte eine bessere Anbindung geplant werden.
nordbahnhof
Copyright: Stadt Wien
siegerprojekt
copyright: STUDIOVLAY

Ich finde es sehr spannend, Stadtentwicklung so hautnah mitzuerleben und freue mich darauf, in zehn Jahren mit meiner Tochter durch die verschneite Parkfläche zu spazieren. Bis dorthin ist es aber noch ein weiter Weg. Es gibt hier viele engagierte BürgerInnen, die das Leitbild und den Flächenwidmungsplan in einem Beteiligungsprozess aktiv mitgestalten werden. Es soll am Nordbahnhof ein Stadtteil entstehen, mit dem alle zufrieden sind und der lebenswert ist. Der Artikel erschien in gekürzter Form in der Grätzlzeitung Bassena