Frühlingsrunde am Nordbahnhof

Passend auch zum österreichweiten Birdrace am kommenden Wochenende, s. http://www.birdrace.at/ , biete ich eine Runde am Gelände an. Bitte wer hat Fernglas oder Kamera mitnehmen. Zu entdecken gibt es Neuntöter, Gelbspötter, Zauneidechsen, Dohlen ….  Am Ende schauen wir in die Becken zu den Wechselkröten und deren Kaulquappen im Bednarpark.  

Zeit: Sonntag, 10.Mai 2015, 08.30 Uhr

Treffpunkt:  Ecke Leystraße, Taborstraße, Young Corner

Nachkommen möglich, werde am Sonntag Glympse hier posten:

https://www.facebook.com/events/296369667153993/

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Wechselkröten2014

Die Wechselkröten waren bedingt durch den vorteilhaften Temperaturverlauf schon seit Ende März im Gebiet unterwegs. Aktuell ist nach den Regenfällen auch auf kleineren Lacken, die sich auf den Schotterflächen im NBHF Gelände gebildet haben, mit den rufenden Alttieren zu rechnen. Wie erfolgreich sie reproduzieren, wird eine spezielle Untersuchung zeigen. Beobachtungen bitte melden.

WICHTIG: Kaulquappen und Laich(-schnüre) unbedingt in den Becken und Lacken belassen. Das Entfernen ist ohne Genehmigung NICHT erlaubt! Weitere Bilder aus dem Jahr 2014 sind hier in der Bilder-Gallerie.

Wechselkröten Kaulquappen
Wechselkröten Kaulquappen

Entdeckerseite Nordbahnhofgelände: Zauneidechse, Feldhasen und Co.

Die noch recht weitläufigen Freiflächen beherbergen eine für die Lage im Stadtzentrum recht umfangreiche Artenvielfalt. In den letzten beiden Jahren (2011-13) wurden folgende mehr oder weniger auffällige Tierarten beobachtet: Zauneidechse, Feldhase, Fasan, Turmfalke, Sperber, interessante Insekten (mind. 12 verschiedene Heuschrecken, Schmetterlinge, …) und Schnecken.

Jeder kann an dieser Beobachtungsliste einfach mitmachen: Hier ist der Link zu unserem Gebiet bei Naturgucker. So helfen Sie auch mit und bekommen selber eine tolle Übersicht Ihrer Beobachtungen!

Hier ein aktuelles Beispiel für eine Entdeckung:

Gefleckte Weinbergschnecke Cornu aspersum (O.F. Müller 1774)

Diese Schneckenart wurde früher mitunter mit Lastwägen verbreitet. Am Nordbahnhofgelände ist sie beim sog. „Schneckenhügel“ im Osten zu finden.

Bestimmt wurde diese Schnecke von mir mithilfe dieser Seite und von einer Expertin des Naturgucker-Netzwerks bestätigt. Es gibt immer was zu entdekcen!

Sichtachsen

Hier ein paar Sichtachsen:

Sichtachse Bruno-Marek-Allee
Sichtachse Bruno-Marek-Allee – Richtung Wasserturm
Sichtachse Leopoldine-Schlinger-Strasse
Sichtachse Leopoldine-Schlinger-Strasse – Leopoldsberg
Sichtachse Ernst-Melchior-Gasse
Sichtachse Ernst-Melchior-Gasse – Kahlenberg
Blickrichtung Unterführung Taborstrasse
Am Schnittpunkt der Bruno-Marek-Allee mit der Taborstrasse, Blickrichtung Unterführung Taborstrasse
Bruno-Marek-Allee / Taborstrasse
Am Schnittpunkt der Bruno-Marek-Allee mit der Taborstrasse, Blickrichtung Leystrasse
Sichtachse Bruno-Marek-Allee Richtung Walcherstrasse
Am Schnittpunkt der Bruno-Marek-Allee mit der Taborstrasse. Blickrichtung Bruno-Marek-Allee Richtung Walcherstrasse. Die Allee geht genau durch den hohen Baum.

Eine gute Gartensaison geht zu Ende…

Ähm Gartensaison? Moment, wir leben hier mitten in der Stadt werden viele denken. Aber JA!

Hier bei uns im Nordbahnviertel kann man seinen grünen Daumen sehr gut einsetzen. Es gibt nämlich mehrere „Stadtgartl-Initiativen“ in unserem Grätzel am Alten Nordbahnhof.

Mit den Mintzgärten hat unser Grätzl seinen ersten Nachbarschaftsgarten. Er befindet sich am Campus südlich des Bednarparks.  Hier haben sich viele Gärtner/innen in Zusammenarbeit mit der Gebietsbetreuung 2/20 zusammengetan und bepflanzen gemeinsam Hochbeete. Neben Gemüse und Kräuter gedeiht auch die Nachbarschaft prächtig.

Die Mintzgärten

Zwei weitere Gartenkisten wurden auch vom Nachbarschaftszentrum auf der anderen Seite des Parks, vor „Wohnen am Park“ aufgestellt und seither betreut.

Im Robert-Uhlir-Hof (RUH) wurden im Mai unter dem Motto „Gemeinsam pflanzt es sich besser“ sechs mobile Beete mit Unterstützung der Wohnpartner für Gemeindebauten aufgestellt und von interessierten MieterInnen des RUH gemeinschaftlich bepflanzt und gewässert. Besonders diesen Sommer war das heuer sehr wichtig. Eine Kiste wurde für Kinder vorbehalten: seitdem gedeihen dort leckere Paradeiser! Immer wieder laden die in Gruppen aufgestellten Kisten zum „Vorbeischauen“ für Vorbeigehende ein, Leute kommen zusammen und ins Gespräch. Im September soll eine eigene Gruppe gegründet werden und das Garteln weiterentwickelt werden.

Ausgehend von den tollen Baumscheiben im Stuwerviertel schwappte das Grün auch ins Nordbahnviertel. Diesen Sommer wurden zahlreiche „Baumscheiben“ von Nachbarn übernommen und in blühende Flächen verwandelt. Auf der Leystrasse westlich vom Park gibt es 20m² große Baumscheiben, von der größten Sonnenblume des Bezirks bis zu einer blühenden Bienenweide ist alles dabei.

Baumscheibe in Standardausführung
Baumscheibe in Standardausführung

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Die BürgerInnen werden dabei von der Gebietsbetreuung  (GB*2/20) unterstützt und entsprechende Flächen, nach Möglichkeit, vor der Haustüre vermittelt.

Die einfachste Form des Gartlns ist allerdings das GuerillaGardening. Hier lässt man einfach Samen dort fallen wo Platz ist oder man setzt einfach Blumen ein. Die Stadtgärten sind hier sehr kulant und lassen die Pflanzen am Leben. So z.b. An der Ecke Taborstrasse /Vorgartenstrasse, hier wächst eine wunderbare Sonnenblume. sonnenblume-vorgarten
Sicher tragen diese Garten-Initiativen zur Begrünung und Verschönerung, nicht zuletzt aber zur Integration in unserem Grätzl bei. Diesen Sommer haben auch viele BewohnerInnen bemerkt, dass große, alte Bäume nicht nur angenehmen Schatten spenden sondern generell das Klima verbessern.

Eine weitere sehr interessante Initiative ist Stadtfrucht Wien. Die Idee der Obstbäume im urbanen Raum ist nicht neu, in Wien aber fast nicht vorhanden. 10% der Neupflanzungen sollen Obstbäume sein. Hier die Petition „Recht auf Marmelade“ . Bei uns in der „Freien Mitte“ wäre ein Obstgarten wunderbar.

Ein Blick über die Grenzen zeigt auf was alles möglich ist, wenn man will. 🙂

Die bekannteste Initiative ist der Prinzessinnengarten in Berlin.

Hier wurde eine 60 Jahre lang unbenutzte Brachfläche in ein Paradies für Stadtgärtner verwandelt. Rund 6000m² werden bewirtschaftet. Da die Initiative ohne jede Förderung auskommt, und der Mietvertrag mit der Stadt immer nur um 1 Jahr verlängert wird, ist alles sehr mobil. Gepflanzt wird in Kisten, Säcken und sogar in Tetrapacks. Sehr beeindruckend ist die Google Bildersuche:

Andernach, eine Stadt baut an:

http://www.nachhaltigleben.de/31-garten/2190-urban-gardening-in-andernach-buerger-ernten-mitten-in-der-stadt

Hier nutzt die Stadt selbst Brachflächen und baut Obst und Gemüse an. Der Clou dabei ist aber, die Flächen sind nicht eingezäunt, sondern frei zugänglich und jeder Bürger kann ernten!

Anfangs gab es Bedenken wegen Chaos und Vandalismus, aber beides blieb aus.

Die Stadt spart auch sehr viel Geld. Die Pflege der städtischen Grünanlagen und deren jahreszeitliche Bepflanzung kostet in Deutschland im Schnitt 60€/m². Zum Vergleich, der Anbau von Gemüse und Obst kostet nur 12€/m². Eine tolle Initiative! Vielleicht beispielgebend für einen Teil der großen Freifläche rund um den Wasserturm.

BrooklynGrange:

http://www.brooklyngrangefarm.com/

Die Weltweit größte Dachfarm befindet sich sich, wie könnte es anders sein, in NeyYork.

Sehr beeindruckend! Allerdings wird die Farm kommerziell genutzt.

Hongkong ist auch interessant, hier ein schräger Bauernhof:

http://www.ueber-land.eu/urban-farming-hongkong-farm-bauernhof-auf-dachterrasse/

Alte Bäume – Baumkartierung

Symbol Laubbaum
Symbol Laubbaum

Die alten Bäume in unterschiedlicher Höhe und von verschiedenen Arten sind vielen AnrainerInnen ein wichtiges Anliegen. Weit über 600 Unterschriften wurden bis 2012 alleine dafür gesammelt. Hier sehen Sie nun einen kurzen Bericht von der Baumkartierung am Gelände des ehemaligen Nordbahnhofs.

Die Bäume wurden in 1,3m Stammhöhe gemessen und auf die Art des Baumes bestimmt. In den Anmerkungen sind auch weitere Notizen zu Beschaffenheit und Beschädigungen und sonstigen Besonderheiten enthalten (s. Karte).

Hier sehen Sie eine Übersicht aus einer Darstellung in Google Earth: Baumkartierung

Es wurden rund 40 Bäume und Baumgruppen erhoben. Diese sind auf dieser Google-Map verzeichnet. Folgende Baum-Arten wurden gefunden:

Schwarzpappel (Populus nigra)

Zitterpappel (Populus tremula)

Silberpappel (Populus alba)

Esche (Fraxinus excelsior)

Roßkastanie (Aesculus hippocastanum)

Götterbaum (Ailanthus altissima)

Es gibt eine Reihe besonders monumentaler Bäume, durchwegs handelt es sich um Schwarzpappeln, die besonders dokumentiert sind, auf der Webseite Monumental Trees. Ein Beispiel ist Baum 9.

Hier eine Liste der größten und umfangreichsten zehn Bäume nach dem gemessenen Umfang: Baumkartierung Einträge 2012-2013

Code U [m] Art Text
B09 5,12 Popnig Baum popnig 9 5m 12 u gemessen 23.7. // 20130520 5m10 — vorher 5m geschätzt : “ Michl“ Gelistet bei http://www.monumentaltrees.com/de/aut/wien/leopoldstadt/4336_nordbahnhof/
B12 4,7 Popnig Popnig 2 st. ok Symbolfoto NBHF, besonders hoch… U: 4,7m ‚Mary’…
B11 4,06 Popnig Popnig im Westen gemessen 4m06 @ 1,3m geschätzt 4.5m. ausladende Krone
B38 3,15 Popalb 2 silberpappeln Stamm @1,3m: U 2m97; N: 3m15 oebb NR 05018 pop tremula
B05 3 Popnig pop nigra U: 3m
B13 3 Popalb 3m Popalba gruppe
B14 3 Poptre Pop trem Zitterpappel oranger Mark. Punkt
B16 3 Popnig 3m u popnig
B32 3 Popnig popnig U: 3m einziger gr. Baum s. der Eisenbahn Linie „bsüd“
B07 2,8 Popnig Pop.nigra, Nistkasten und Kuscheltier im Geäst: ein Schlumpf verrottet langsam. 2 stämmig: U. 2, 8m / 1,2m.

Wenn Sie Ergänzungen oder gar weitere Bäume vermessen haben, es fehlt generell noch die Höhe, bitte melden.

Warum alte Bäume wichtig sind?

Sie spenden im Sommer angenehmen Schatten, verbessern auch durch die Abgabe von Wasser und natürlich Sauerstoff das lokale Klima. Sie beherbergen zahlreiche andere Lebensformen: von den für Wien typischen Fledermäusen angefangen bis zu Schmetterlingen. Zwei Baumgruppen sind hervorzuheben: Die eine liegt zwischen B12 und B16 westlich vom markanten Riesen B9 in der ehemaligen Kohlenrutschensenke. Die zweite(n) sind nörlich des Wasserturmes. Vor allem die letztere Gruppe wurde vor allem im Sommer aufgrund der Nähe zu den bauten (insbesondere dem neuen sozialmedizinischen Zentrums sehr gerne für Spaziergänge benutzt.

Nach Möglichkeit sollen diese Bäume erhalten bleiben. Dafür haben sich über 600 AnrainerInnen ausgesprochen. Für den zukünfigen Park, der möglichst an den offenen Charakter der ehemaligen Heißlände mit Schotterflächen erinnern soll, sollte ein extensives Management eingerichtet werden, dass das rasche Zuwuchern mit Götterbäumen und eventuell anderen stark aufkommenden Sträuchern und Bäumen hintanhält.

Dieser Beitrag wird noch ergänzt und auch Ihre Hinweise und Wünsche werden gerne aufgenommen bzw. diskutiert.

Neuntöter am Nordbahnhof

Areal Neuntöter 2012

Im Mai 2012 konnte ich zu meiner Überraschung ein Pärchen des Neuntöters oder Rotrückenwürgers Lanius collurio am Nbhf-Gelände finden und in den folgenden Wochen „begleiten“. Es kam zur Brut und mind. 2-3 Jungwürger sind auch flügge geworden und dank des reichhaltigen Angebots an Heuschrecken offenbar gut gediehen.

Im Mai 2013 kam das Männchen aus dem südlichen Afrika wieder zurück. Im Jahr 2013 war in der Ankunftsperiode und auch danach im Juni sehr viel Regen. Das Weibchen oder ein anderes kam jedenfalls nicht zurück. Leider wurden auch im Frühjahr 2013 extrem viel Zugvögel an der Mittelmeerküste (in Ägypten) gefangen. Dadurch wäre der Verlust auch erklärbar.  Die Entwicklung der Heuschrecken hat sich auch um mind. einen Monat verspätet.

In weiterer Folge war das männchen noch im Mai zu sehen und ein Durchzügler kurz im August 2013.

Ausblick:

Dieser Nachweis stellt den Zentrumnächsten in Wien dar. Der Neuntöter ist auf offene Flächen mit Buschbeständen angewiesen, mit einer reichhaltigen Insektenwelt. Das findet er hier bei uns vor unseren  Fenstern vor.  Wie sich mit der neuen Gestaltung der Stadterweiterungsfläche (s. Beitrag zum Siegerprojekt) die zukünftigen Möglichkeiten von Neuntöter & Co. entwickeln werden, ist noch offen. Jedenfalls ist das Auftreten dieser weit ziehenden Vogelart eine Auszeichnung für unser Grätzl.

Ein paar Bilder aus 2012 und 2013:

Wie fügt sich die neue Bebauung in die alte Struktur ein?

Man sieht sehr schön das man bei den Bauplätzen 11, 14, 19 und 22 mit den bestehenden Bäumen einen kleinen Platz an der Bruno-Marek Allee errichten könnte. Diese Bäume sind zum Teil schon sehr alt und auch sehr hoch. Es wäre doch schade diese zu fällen und ein paar Meter davon wieder neue zu pflanzen, die dann wieder 40 Jahre brauchen bis sie „erwachsen“ sind.

Hier eine Übersicht mit verschieden transparenten Bildern:

nordbahnhof-42-uebersicht

nordbahnhof-33

nordbahnhof-50

nordbahnhof-82

Wechselkröten am Nordbahnhof

Die Wechselkröten sind bei den BewohnerInnen des Nordbahnhofgebietes bekannt. Die meisten kennen diese Amphibien, die unter Naturschutz stehen, vom Bednarpark . Fach-Informationen gibt es auf der Herpetofauna-Seite.

Ein Becken im Bednarpark im Dämmerungslicht am Abend.
Ein Becken im Bednarpark im Dämmerungslicht am Abend.

Bestimmte Becken des Bednarparks suchen die Wechselkröten zum Balzen und zum Ablaichen auf. Bitte weder Kröten noch Eier oder Kaulquappen fangen und entfernen. Auch nicht „retten“!

Wechselkröte in der Nacht nach Gewitter auf der Hochschotterfläche
Wechselkröte in der Nacht nach Gewitter auf der Hochschotterfläche

Unter bestimmten Umständen, vor allem im Sommer nach heftigen Gewittern, bilden sich Lacken, die sofort von Wechselkröten besucht werden. So ist das Bild rechts entstanden, nach Regenfällen im Juli 2012: für wenige Tage bildeten sich flache Lacken, in denen zahlreiche Wechselkröten riefen.

Juli 2012: Lacke in der Nacht: Wechselkröte, es rufen mind. 4 gleichzeitig

Wechselkröten und die Stadtentwicklung

In den nächsten Jahren wird sich zeigen, wie dieses lange Zeit auch den „Experten“ verborgen gebliebene Vorkommen mit der zusehenden Verbauung zurecht kommt.

Beobachtungen melden

Auch Sie können Ihre Beobachtungen melden, zum Beispiel über die Naturgucker-Seite des Nordbahnhofs (Anmeldung bei Naturgucker ist erforderlich!).