Nordbahnhof – Konsens olè!

Yes we can!

Ich kann mich noch gut an den Infoabend zur aktuellen Widmung erinnern. Am Ende wurden viele Fragen gestellt, eine davon war: „Macht das überhaupt Sinn? Das ist doch eh schon eine beschlossene Sache!“.

Nun, wir können nun sagen, es hat Sinn gemacht. Ihr habt es wahrscheinlich eh schon aus den Medien erfahren, der MA48 Stützpunkt wird nicht an der Innstraße kommen, er wird nicht in der Flächenwidmung drinnen sein.

„Der Flächenwidmungsplan für das Nordbahnhofgelände wird keinen neuen Mistplatz ausweisen. Es gibt eine klare Stellungnahme des Bezirkes im Rahmen der öffentlichen Auflage, ein solches Projekt an diesem Standort nicht umzusetzen, und es gibt einen klaren Willen der Bürgerinnen und Bürger vor Ort. Die Argumente, wonach es zu einem Verlust von notwendigen Wohnungen für die Stadt und auch von Freiraum für die zukünftigen Bewohner und Bewohnerinnen kommt, sind nachvollziehbar. Die Stadtplanung wird daher einen Flächenwidmungsplan ohne neuen Mistplatz vorlegen.“ Planungsstadträtin Maria Vassilakou im Falter

Zusätzlich wurde die Nachricht in vielen Medien verbreitet, zb.

ORF – Doch kein Mistplatz auf dem Nordbahnhof

 

Unsere Stellungnahme war klar, gut argumentiert und hat überzeugt. Das zeigt uns, dass sich unsere kooperative Zusammenarbeit mit der Stadt Wien bis jetzt gelohnt hat und wir dazu beitragen können, mit der Bevölkerung gemeinsam, einen lebenswerten Nordbahnhof zu entwickeln.
Wir bedanken uns auch ausdrücklich bei allen, die sich hier eingesetzt haben.

Wie so oft hat ein kleines Ding den Stein ins Rollen gebracht. Nach einem Tweet auf Twitter mit dem Beitrag „Quo vadis Innstraße“ hat sich Wien Heute gemeldet und ausführlich darüber berichtet. – Mistplatz statt Wohnungen

Danach haben weitere Medien berichtet, alle haben das Wesentliche auf den Punkt gebracht:

Kurier: Fühlen uns gepflanzt

Falter: Über die Linie

Bezirkszeitung: Doch kein Mistplatz am Nordbahnhof

Wie geht es nun weiter?

Die Widmung wird wahrscheinlich in den nächsten Wochen im Gemeinderat beschlossen werden. Wir sind natürlich sehr zuversichtlich, dass dies auch, wie nun verlautbart, passiert. Warum?

Vor der letzten Wahl haben sich alle Bezirksparteien in unserer Fragerunde – 1 Wahlkampf -10 Fragen bei der Frage

2. Ist es Ihnen wichtig, dass das Leitbild, so wie es im Beteiligungsverfahren erarbeitet wurde, umgesetzt wird?

für die Umsetzung und Einhaltung des Leitbildes ausgesprochen.
Zudem hatten wir vor einigen Monaten ein Plauscherl bei einem Kaffee mit Planungssprecher und Vorsitzender der SPÖ Leopoldstadt, Gerhard Kubik, wo er vom Vorbild für die Freie Mitte, der Jesuitenwiese, erzählt hat. Und mal ehrlich, wer würde neben der Jesuitenwiese einen MA48 Stützpunkt errichten?

Aber in der Politik gehört holtern und poltern zum Geschäft. In der Krone erschien zu der Entscheidung ein kritischer Bericht – Grüne bringen Mistplatz zu Fall.
Da in dem Artikel ein paar Dinge nicht erwähnt wurden, z.b. der Widerstand der Bevölkerung, haben wir das in einem Leserbrief klargestellt:
——————–

Liebes Kroneteam!
Am 14.9. erschien in der Kronen Zeitung ein Artikel zu der Frage „Mistplatz am Nordbahnhof“.
Wir, die IG Lebenswerter Nordbahnhof, wollen hier einige Informationen richtigstellen und bitten um Veröffentlichung.
Kurz gefasst:
Stadt entwickelt mit hunderten Bürgern ein Leitbild, versucht ohne Info bei der Widmung in der Innstraße massive Änderungen durchzusetzen. Bürger bekommen das mit, wehren sich und fordern „Sozialen Wohnbau am Park, anstatt Mistplatz im Grünen.“ Stadt besinnt sich und lenkt ein. Alles gut.
Langfassung. 🙂
Bei der Mistplatz Geschichte, hat die Bevölkerung verhindert, dass ein 6500m² großer MA48 Stützpunkt/Mistplatz an der Innstraße gebaut wird. Der Mistplatz war so nie geplant, und hätte sehr viele geförderte Wohnungen in bester Lage, nämlich direkt am neuen Park „Freie Mitte“ gekillt. Die Bevölkerung wurde nie darüber informiert, sondern plötzlich im Rahmen der Flächenwidmung überrumpelt.
Sie kennen das ja aus anderen Fällen, wo man mit einer Widmung Tatsachen schaffen will. Das hat hier nun nicht geklappt.
Wir haben das als Bürgerinitiative mitbekommen und bei einer Veranstaltung aufgezeigt. Alles mußte sehr schnell gehen, für eine Eingabe im Verfahren ist nicht viel Zeit. Zusammen mit 250 BürgerInnen haben wir das aber in der kurzen Zeit geschafft und es wurde eine Stellungnahme im Rahmen der Widmung abgegeben.
In einem Blogartikel haben wir die Auswirkungen der Planung bildhaft dargestellt. https://nordbahnhof.wordpress.com/2017/08/09/quo-vadis-innstrasse/
Wir sind bekannt dafür, mit der Stadt Wien einen sehr kooperativen Umgang zu haben. Schon bisher konnten wir heikle Themen, wie das Vorkommen von streng geschützen Tierarten, z.b. im Gespräch mit dem Umweltressort klären. Leider sind wir beim Mistplatzthema auf Granit gestoßen. Niemand wollte darüber diskutieren.
Über einen Tweet wurde Orf Wien Heute auf das Thema aufmerksam https://nordbahnhof.wordpress.com/2017/09/03/wien-heute-am-nordbahnhof/
Plötzlich haben sich mehrere Medien gemeldet. Der Kurier hat berichtet: https://kurier.at/chronik/fuehlen-uns-gepflanzt-mistplatz-anstelle-von-300-wohnungen/284.877.504
Zuletzt der Falter.
Bevor wir uns noch an die Krone wenden konnten kam plötzlich die Überraschung. Nachbarn haben sich gemeldet und es hieß „Schaut, ihr habt Erfolg gehabt, die Stadt Wien lenkt ein!“ Die Freude im Grätzl ist groß.
Offensichtlich waren unsere Argumente sehr stichhaltig und man hat sich hier auf die Ergebnisse der sehr umfangreichen Bürgerbeteiligung 2014 besonnen. Wie geht es nun weiter?
Der Mistplatz an der Dresdnerstraße ist natürlich nicht optimal, kann aber erweitert werden, auch die Zufahrt kann verbessert werden. Man kann auch andere Flächen im Bereich 2/20 suchen.
Anstatt hier stur „Des geht ned!“ zu rufen, kann man schauen wie es geht. In unserer Stellungnahme finden sich weitere Vorschläge zur Umsetzung eines zeitgemäßen, innerstädtischen Mistplatzes.
Direkt an einem neuen Park, anstatt Wohnungen, ist aber sicher der falsche Standort.
Wir stehen für Fragen und Infos gerne zur Verfügung.
————————————

 

 

 

Advertisements

12 Gedanken zu “Nordbahnhof – Konsens olè!

  1. Johann

    der mistplatz dresdnerstraße ist eine sinnvolle aber leider zu kleine einrichtung. hier kann man seinen sperrmüll und sonstige dinge, die man nicht mehr brauch/verwenden kann, trennen und entsorgen. wo soll dann der mist der vielen neuen Bewohner, die sich am nordbahnhofgelände ansiedeln werden dann gesammelt werden? die menschen fahren doch nicht quer durch die Stadt oder an die Peripherie, sondern werden den Sperrmüll einfach in der nacht auf die straße stellen oder bei kleinen müllinseln abladen. dann muss erst wieder die ma48 kommen und den Sperrmüll holen. unterm strich wird die situation also eher verschlechtert, als verbessert. ist das wirklich das ziel der initiative?

    1. Hallo Johann, wir haben das in unserer Stellungnahme beschrieben, hast du sie gelesen? Hier der Link: https://nordbahnhof.files.wordpress.com/2017/05/stellungnahme-pd8112-ig-lebenswerternordbahnhof.pdf

      Kurz gefasst: Ja, ein Mistplatz im Bereich 2/20 ist sehr sinnvoll. Bei der Erstellung eines Gesamtkonzeptes gehört diese Funktion aber gleich mitgedacht und nicht am Ende draufgestülpt.

      An der Innstraße ist dafür aber der falsche Platz. Unsere Alternativen:

      -bestehenden Mistplatz Dresdnerstraße erweitern, Zufahrt verbessern.
      -Neubau am Nordwestbahnhof – Hier sind die Baufelder größer und er läßt sich leichter in eine Bebauung integrieren.
      -sonstige freie Gewerbe/Industrieflächen.

      Grundsätzlich muß sich die MA48 klar sein, dass sie mit ihren Funktionen Teil eines Gesamtkonzeptes ist und innerstädtisch nicht einfach das Muster von z.b. Auhof umsetzen kann.
      Zu sagen: „Das geht nur so wie wir wollen“ ist auf jeden Fall keine Lösung.

  2. Johann

    danke für die Antwort!

    – wohin soll der bestehende mistplatz in der Dresdnerstraße erweitert werden? er liegt zwischen Dresdnerstraße und S- Bahn und daneben stehen Wohnhäuser bzw. die Tankstelle. Die Gebäude sind denkmalgeschützt, also kann man baulich (Zufahrt) wohl nichts ändern

    – die Idee mit dem Nordwestbahnhof ist halt doch ein „not in my backyard“-Argument. Warum müssen die Bewohner am NW-Bahnhof dann den Mistplatz dulden? Dort würde er doch auch geförderte Wohnungen „kosten“, oder? Dann gibt’s dort die gleiche Diskussion wie jetzt am Nordbahnhofgelände.

    Das Nordbahnhofgelände ist so riesig, dass doch auch Platz da sein muss für die notwendige Infrastruktur (ein Umspannwerk soll doch auch gebaut werden, schließlich wollen die Menschen doch Strom haben) und die Innstraße ist eine für die Zufahrt zu einem Mistplatz geeignete Verbindungsstraße. Eine Verbindungsstraße zwischen Dresdnerstraße und Handelskai/Brigittenauerbrücke war sie schon immer.

    Wenn man ein Stadtgebiet entwickelt, kann man eben nicht nur in Wohnungen „denken“, sondern muss auch die erforderliche Infrastruktur berücksichtigen, die eben Platz für Wohnungen „kostet“. Warum ist ein Mistplatz so eine Katastrophe?

    1. Johann, deine Fragen werden in der Stellungnahme ausführlich beantwortet. Hier nochmal kurz:

      — An der Dresdnerstraße ist 200m Platz bis zur Taborstraße. Mit einer Überbauung verliert man auch keine Flächen für Wohn oder Gewerbenutzung. Technisch ist das kein Problem.
      — Am Nordwestbahnhof sind die Baufelder größer, deswegen läßt sich hier ein Mistplatz besser in ein Gebäude integrieren.
      — Wir haben keine Information bekommen welche Flächen im Gebiet 2/20 sonst noch geprüft wurden und warum diese ausgeschloßen wurden.

      Das ist keine Frage von „not in my backyard“ sondern von „wo passt die Infrastruktur städtebaulich am besten hin“. Und das ist nicht direkt an einem Park anstatt Wohnungen. Nicht umsonst wurde das in den letzten Jahren weder von der Stadtplanung, von der MA48, von der Bezirksvertretung, in der umfangreichen Bürgerbeteiligung berücksichtigt.

      Ja, das Nordbahnhofgelände ist riesig, die notwendige Infrastruktur wie z.b das Umspannwerk, wurde auch von Anfang an mitgeplant. Wenn es passiert, dass man in einem jahrelangen Planungsprozess auf etwas „vergisst“ oder sich etwas ändert, kann man nicht am Ende daher kommen und sagen: „Das geht nur so wie wir das wollen.“
      Wenn man ein Stadtgebiet entwickelt gehört die notwendige Infrastruktur von der ersten Ausschreibung an mitgedacht. Du kannst dir sicher vorstellen, dass eine Gesamtplanung im Wissen der Notwendigkeit von 13000m² Infrastruktur anstatt 3600m² anders aussieht.
      Unsere Schreiben mit der MA48 haben uns auch gezeigt, dass man hier ausschließlich die eigenen Notwendigkeiten sieht und die Auswirkungen auf die Gesamtplanung nicht bedacht werden. Man kann 15min vom Stadtzentrum entfernt nicht einfach so agieren wie in der Autobahnschleife Auhof, nur weil das gerade der eigene Standard ist. Innerstädtische Infrastruktur muß sich den Begebenheiten anpassen und nicht umgekehrt.

      Diese Auswirkungen haben wir in unserer Stellungnahme genau beschrieben. Hier auch noch der Beitrag mit den Skizzen dazu: https://nordbahnhof.wordpress.com/2017/08/09/quo-vadis-innstrasse/

      Und hier der Abschnitt vom Leitbild Nordbahnhof zu der Innstraße: https://www.wien.gv.at/stadtentwicklung/projekte/nordbahnhof/grundlagen/leitbild-2014/pdf/handbuch-9.pdf

      Neben unserer negativen Stellungnahme gab es auch einige andere Einsprüche dagegen, u.a. von der Bezirksvertretung. Dem ist die Stadtplanung nun gefolgt.

  3. Johann

    Vielen dank, für die wieder ausführliche Antwort.

    ich wohne schon über 40 Jahre im Grätzl Dresdnerstraße-Innstraße und habe vielleicht deshalb einen gewissen Pragmatismus.

    – den Ausbau des Mistplatzes Dresdnerstraße „im Schlauch“ Richtung Taborstraße halte ich eher für eine hatscherte Lösung. Die Zu- und Abfahrtsmöglichkeiten sind nicht optimal (auch durch die Biegung der Dresdnerstraße und die Gleiskörper. Durch den Denkmalschutz ist man gehemmt. Bevor man diesen Standort kostenintensiv (weil denkmalschonend) ausbaut, sollte man mMn einen neuen „gescheiten“ Mistplatz errichten, der allen Anforderungen entspricht. Den Platz zwischen der S-Bahntrasse und einem Umspannwerk am Park gelegen finde ich dafür optimal, somit hat der Mistplatz keine direkt angrenzenden Nachbarn.
    – dem Argument eines in ein Wohn/Bürogebäude integrierten Mistplatzes kann ich recht wenig abgewinnen. Wenn ein Mistplatz zwischen S-Bahn-Umspannwerk und Park schon so großen Widerstand erzeugt, wer soll dann in einem Gebäude wohnen/arbeiten wollen, in dessen Erdgeschoß ein Mistplatz untergebracht ist? Ganz abgesehen davon, welche baulichen/statischen Voraussetzungen ein Gebäude erfüllen muss, in dessen Erdgeschoß ein Mistplatz untergebracht ist, auf dem sich schwere LKW und Bagger bewegen. Welcher Bauträger wird sich den Mistplatz „umhängen“ lassen? Der bleibt doch auf seinen Wohnungen sitzen…
    – auch am Nordwestbahnhof werden die Menschen eine freie grüne Mitte haben wollen und es wird wohl auch dort Widerstand geben, womit das „Problem“ nur weiter verlagert wird.

    Meine große Befürchtung ist, dass man anstatt eine große gescheite Lösung zu verwirklichen (Mistplatz Innstraße), hatscherte oder gar keine Lösungen haben wird. Wo sollen die vielen zehntausend Menschen, dies sich am Nordbahnhof bzw. dann am Nordwestbahnhof ansiedeln werden, ihren Mist entsorgen? Die kleinen Sachen schmeißt man dann eben in den Hausmüll, weil niemand fährt nach Auhof oder Simmering raus wegen „ein paar Leuchtstoffröhren/Spraydosen/…“ (ganz abgesehen vom unnötigen zusätzlichen Privatverkehrs-CO2) und die alte Bettbank/Wohnzimmerwand stellt man einfach auf den Gehsteig (Die Bewohner der unteren Rebhanngasse werden wissen, wovon ich rede). Das sind alles keine erstrebenswerten Zustände.

    Mir kommt bei vielen Diskussionen die Infrastruktur, die wir alle für unser schönes Leben und den hohen Standard brauchen, zu schlecht weg (Energiewende ja, aber keine Windräder in meiner Gemeinde…Eisenbahntrassen ja, aber nicht bei uns…). Natürlich wäre eine Welt ohne Mistplätze schöner, aber es wird halt nicht gehen.

    Ich befürchte, dass hier mit viel Einsatz (Respekt dafür!) eine eigentlich nicht so schlechte Sache verhindert wurde, die dem Grätzl auf lange Sicht doch mehr genutzt als geschadet hätte.

    1. Und eben weil wir Infrastruktur brauchen, muß der Platz von Anfang an mitgeplant werden und kann nicht im nachhinein dazu gestöpselt werden. Schon gar nicht, wenn man die besten Wohnlagen dafür aufgibt. 6500m² flächig zu bebauen kann man sich vielleicht in der Autobahnschleife Auhof, aber nicht in der Innenstadt leisten. Beispiele von überbauten Mistplätzen gibt es sogar in Wien, nämlich in Ottakring.
      Schau dir die Bilder an, durch den Mistplatz würde das Umspannwerk weiter zur Leystraße rutschen, bildet quasi eine Mauer. Das ist nicht dass, woran viele Bürger_innen 1 Jahr lang zusammen gearbeitet haben. Die wollten dort sozialen Wohnbau.
      Wenn man will, kann man unsere Alternativen umsetzen.

  4. Johann

    natürlich muss ein Mistplatz von anfang an mitgeplant werden. nur wenn man darauf vergisst oder erst im lauf der Planung klar wird, dass man dort einen braucht, kann man ihn ja nicht deshalb komplett weg lassen, so nach dem Motto „wers nicht gleich am anfang gesagt hat, hat Pech gehabt – wer zu spät kommt…“ es ist ja nicht so, dass ein bereits fertig ausgestaltetes und genehmigtes wohnbauprojekt plötzlich dafür geopfert wird.

    ein Baufeld unmittelbar neben der sbahn und direkt an der stark frequentierten und wichtigen verbindungsstraße zwischen handelskai/brigittenauerbrücke und dresdnerstraße/nordbahnstraße würde ich jetzt nicht unbedingt als „beste Wohnlage“ bezeichnen.

    das Umspannwerk braucht ja jedenfalls eine mauer – so wie es auf den visualisierungen aussieht, wird das ja ein Gebäude – egal ob davor noch ein mistplatz steht oder nicht, also die „mauer“ des umspannwerks fällt mit dem fehlen des mistplatzes ja nicht weg.
    mir kommt die Sache halt so vor, dass es nur um die wünsche der neuen Bewohner am nordbahnhofgelände geht und welche auswirkungen der wegfall des mistplatzes auf die bestehenden umliegenden viertel (nordwestlich innstraße, nordbahnstraße/dresdnerstraße hat ist egal.

    am nordwestbahnhof wird die Diskussion dann genau gleich geführt werden, denn mit welcher begründung sollen die Bewohner dort einen mistplatz (ob freiluft oder in einem Gebäude) dulden müssen und die Bewohner am nordbahnhof nicht. es geht ja nach meinem empfinden nicht um den Zeitpunkt der Einbringung der Idee des mistplatzes, sondern um den mistplatz an sich.

    wenn dann der Sperrmüll auf der straße steht, braucht sich keiner aufregen.

    1. Wenn man etwas vergisst muss man sich an die Gesamtplanung anpassen und nicht umgekehrt. Ein „Es gut nur so wie ich das will“ hat in einer qualitätsvollen Stadtentwicklung keinen Platz.

      Schau dir bitte die verlinkten Dokumente an, die Wohnungen, die nun bleiben können, liegen direkt am Park, beste Wohnlage für den sozialen Wohnbau. So war es auch in der Bürgerbeteiligung ausgemacht.

      Das Strukturgebiet wäre von 40m auf 110m Breite angewachsen, mit einer sehr schmalen Straße dazwischen. Das wirkt wie eine Mauer. Bitte auch hier wieder die Grafiken anschauen, man sieht sehr schön, was nun möglich ist. Der Park geht, wie vorgesehen in die offenen Freiräume der Gebäude über. Das Umspannwerk ist wieder an der Bahn und stört nicht weiter.
      Die Masterplaner haben sich hier ja etwas für den Übergang Park-Innstraße überlegt. Bitte auch hier den geposteten Link anschauen.

      Zum Abschluß noch ein Hinweis. Es geht hier nicht um einzelne Bewohnerinteressen, sondern um die Umsetzung eines sehr ausgeklügelten Gesamtkonzeptes, dass in einem mehrjährigen Prozess mit vielen BürgerInnen abgestimmt wurde. Die nun abgewendete Lösung wäre ein massiver Eingriff in das Leitbild gewesen. Und viele BewohnerInnen an der Innstraße haben sich sehr auf die Lösung im Leitbild gefreut.

      Es sind nun die Flexibilität und Kreativität der zuständigen Stellen gefragt um Alternativen zu finden.

      1. Johann

        ich verstehe die Intention und achte den hohen aufwand, der hinter der Ausarbeitung des konzepts steckt. persönlich kann ich die Abneigung gegen den mistplatz halt nicht verstehen und wäre mir (wie schon zuvor geschrieben) eine gescheite neue lösung, die es aufgrund der Vielzahl neuer Bewohner in dem stadtteil mmn jedenfalls braucht, lieber gewesen, als ein verlagern des Problems auf den nordbahnhof bzw eine hatscherte lösung (ausbau mistplatz dresdnerstraße). auf mich wirkt das halt so, dass man sich am nordbahnhof etwas (zweifellos) tolels und schönes überlegt hat und sich ein „angenehmes Biotop“ einrichten möchte, jedoch nur der neue stadtteil nordbahnhof an sich beachtet wird und nicht seine Einbettung in die umgebung bzw. die auswirkungen auf die gegend rundherum.

        das Argument, wer sich wem anzupassen hat, kann ich nicht nachvollziehen. denn zuerst kommt mmn die Infrastruktur, denn ohne notwendige Infrastruktur ist ein leben ja nicht möglich. wenn man den kanalanschluss/wasseranschluss/stromanschluss vergisst wird man ja auch noch umplanen müssen oder verzichtet man dann auf Kanal/Wasser/Strom weils nicht von anfang an mitgeplant war? wäre ja nicht das erste bauprojekt/entwicklungsporjekt, bei dem man im laufe der zeit drauf kommt, dass etwas wichtiges vergessen wurde. lieber nachträglich berücksichtigen als gar nicht, könnte man auch argumentieren.

        für die neuen wie alteingesessenen bewohner des innstraße/dresdnerstraße grätzls hoffe ich halt, dass in dieser gegend ein mistplatz errichtet wird, der den Anforderungen gerecht wird. ich befürchte jedoch, dass sich die Bewohner/bauträger am nordwestbahnhof genauso wehren werden wie das die ig nordbahnhof gemacht hat und am ende gibt’s dann keinen neuen mistplatz.

        wir werden wohl nicht auf einen gemeinsamen nenner kommen, glaube ich. danke aber auf jeden fall für die Diskussion! hoffen wir das beste für die bewohner des unteren 20./oberen 2. bezirks. 🙂

  5. Wir haben keine Abneigung gegen einen Mistplatz. Er muß halt so platziert sein, dass er seiner innerstädtischen Lage entspricht. Und das ist an der Innstraße nicht der Fall.
    Man kann es auch nicht mit Kanal/Strom etc. vergleichen. Denn diese Dinge liegen unter der Erde. Der geplante Mistplatz braucht extrem viel Platz und verdrängt andere, wichtige Funktionen.
    Deswegen hat er auch eine breite Ablehnung erfahren. Wir haben das Vorhaben ja nur publik gemacht. Darauf haben sich sehr viele dagegen ausgesprochen. Auch der Bezirk mit seiner Stellungnahme.

    Es liegt nun an der Stadt Wien hier ein Konzept zu erarbeiten, dass den Anforderungen des Standortes entspricht. Eben kleiner, in ein Gebäude integriert. Wie schon gesagt, die Innenstadt ist nicht die Autobahnschleife in Auhof. Hier ist der Grund einfach zu wertvoll.
    Argumente wie „Das geht nicht“ gehen nicht. 🙂

    Ja, danke für den Austausch. Vielleicht sehen wir uns ja einmal bei einer unserer Veranstaltungen.
    Wir bleiben auf jeden Fall an dem Thema dran!

Kommentar verfassen

Trage deine Daten unten ein oder klicke ein Icon um dich einzuloggen:

WordPress.com-Logo

Du kommentierst mit Deinem WordPress.com-Konto. Abmelden /  Ändern )

Google+ Foto

Du kommentierst mit Deinem Google+-Konto. Abmelden /  Ändern )

Twitter-Bild

Du kommentierst mit Deinem Twitter-Konto. Abmelden /  Ändern )

Facebook-Foto

Du kommentierst mit Deinem Facebook-Konto. Abmelden /  Ändern )

Verbinde mit %s