10 Antworten der NEOS Leopoldstadt

Die Antworten sind von Elias von der Locht, Bezirksrat Neos Leopoldstadt


Das Nordbahnviertel soll ein lebendiger und nachhaltiger Stadtteil werden, mit
unterschiedlichen Nutzungen und lebenswert für die BewohnerInnen.

  1. Die Bürgerbeteiligung 2013-2014 war ein großer Erfolg: Soll es Ihrer Meinung nachweitere Beteiligungsmöglichkeiten für BewohnerInnen des Nordbahnviertels geben? Haben Sie dazu Ideen?

Ja, unbedingt. Bürgerbeteiligung ist ein Kernanliegen von NEOS. In der Bezirksvertretung hat NEOS durchgesetzt, dass das Bezirksbudget in einem öffentlichen Hearing mit den Bürgerinnen und Bürgern diskutiert wird und sich Bezirksvorsteher Hora auch kritischen Fragen stellen muss. Auch bei lokalen Entscheidungen wie der Gestaltung von öffentlichen Räumen wollen wir eine echte Mitentscheidung durch die Menschen, die genau an diesem Ort leben. Auch bei der Benennung von Wohnbauten und Straßenzügen will NEOS den Bürgerinnen und Bürgern eine Vorschlags- und Mitentscheidungsmöglichkeit geben.

  1. Ist es Ihnen wichtig, dass das Leitbild, so wie es im Beteiligungsverfahren erarbeitet wurde, umgesetzt wird?

Ja, denn jede andere Reaktion wäre eine Missachtung der Bürgerbeteiligung und würde das Vertrauen in Beteiligungsprozesse beschädigen. Bei abweichenden Planungen wären die Bürgerinnen und Bürger erneut mit einzubeziehen.

  1. Was fehlt für Sie im Nordbahnviertel und sollte unbedingt umgesetzt werden?

Dem Viertel droht ein Versorgungsengpass in der Gesundheitsversorgung. Die Leopoldstadt hat in den vergangen fünf Jahren viele Ärzte verloren. Im Jahr 2011 mussten sich 2000 Einwohner einen Allgemeinmediziner teilen, im Jahr 2016 sind es schon 2600 Einwohner pro Allgemeinmediziner mit Kassenstelle. NEOS fordert deshalb, bei jedem Stadtentwicklungsgebiet gleich ein Primärversorgungszentrum (PHC) mitzuplanen. In einem solchen PHC arbeiten Allgemeinmediziner, Fachärzte, Physiotherapeuten und viele mehr gemeinsam unter einem Dach und der Patient hat schnellen Zugang zu einer umfassenden Versorgung. Auch das Nordbahnviertel sollten in direkter Nähe an ein neues PHC angebunden sein, damit die Gesundheitsversorgung im Viertel gesichert ist. Das Nordbahnviertel könnte damit zum Vorreiter in Wien werden.

  1. Ist es Ihnen wichtig, dass die Gesamtfläche der Freien Mitte in der Größe & Qualität dem Leitbild entspricht und für die Öffentlichkeit benutzbar ist?

Der öffentliche Raum ist für NEOS einer der wertvollsten Räume überhaupt. Dort kommen Menschen zusammen, leben gemeinsam an der frischen Luft und lernen sich kennen. NEOS steht dafür, dass der öffentliche Raum vielseitig nutzbar für die Bürgerinnen und Bürger ist und nicht weiter ohne Not zurückgedrängt wird. Die freie Mitte erfüllt hier eine wichtige Funktion und es ist darauf zu achten, dass diese mit anderen großen und kleinen Grün- und Freiräumen in der Umgebung (vom Augarten bis zum Prater und zur Donauinsel) vernetzt wird.

  1. Mit der Bruno-Marek-Allee bekommt die Leopoldstadt eine neue Geschäftsstraße. Welche Ideen haben Sie damit hier eine erfolgreiche Geschäftsstraße entsteht? Welche Rolle spielt dabei für Sie die Gestaltung der Straße?

Damit eine Geschäftsstraße funktioniert und von den Bewohnerinnen und Bewohnern angenommen wird, muss diese ein vielfältiges Angebot bieten und gut erreichbar sein. Durch einen Mix aus Gastronomie, Kultur und Gewerbe könnte eine lebenswerte Boulevardmeile entstehen. Aktives Straßenmanagement und Marketing soll sich um Vergabe und Vermarktung kümmern. Die Bruno-Marek-Alle sollte großzügige 33 Meter breit sein, denn durch den Platzbedarf für die 2 gleisige Straßenbahn, die Fahrspuren für Autos und Radwege bleiben für die Gehsteige bescheide 4,5 Meter über. Das ist zu wenig um qualitativ hochwertige und sichere Aufenthaltsbereiche zu schaffen, so dass zum Beispiel Schanigärten damit nicht möglich wären. Daher braucht es weniger Riegelbauweise entlang der Allee und mehr Rücksprünge der Baukörper um konsumfreie Plätze mit einladendem Charakter zu schaffen.

  1. Dem Viertel fehlt ein Grätzl/Kulturzentrum mit Veranstaltungsräumen. Welche Ideen haben Sie dazu?

Es gibt zum einen das Wohnprojekt Wien, welches im Tiefgeschoß einen Veranstaltungsraum hat. Dieser könnte eventuell – das Einverständnis der Bewohner_innen vorausgesetzt – vermehrt für Veranstaltungen geöffnet werden. Darüber hinaus gibt es den Jugendtreff in der Vorgartenstraße 116. Die zukünftige Nutzung des Wasserturms ist noch unklar, hier könnte ein neuer idealer Ort für Kunst, Kultur und Grätzelinitiativen inmitten der G´stettn entstehen.

  1. Für wie wichtig halten Sie es, dass in den neu errichteten Gebäuden und im
    Straßenraum ausreichend geeignete Abstellplätze für nachhaltige Verkehrsmittel
    (Fahrräder, Lastenfahrräder, E-Fahrzeuge, Fahrradanhänger, etc.) errichtet werden?

Große Abstellräume für Fahrräder, E-Bikes und E-Fahrzeuge sollten bei jeder Neuerrichtung berücksichtigt werden. Die Mobilität erlebt eine der größten Veränderungen seit Jahrzehnten und die Gebäudesystematik muss darauf Rücksicht nehmen.

  1. Beim Gertrude-Sandner-Campus werden ca. 20% der Kinder mit dem Auto gebracht. Ein Schlüssel, der für den neuen Campus mit 1800 Schüler_innen eine hohe Verkehrsbelastung für das Grätzel darstellen würde. Werden Sie sich dafür einsetzen, dass möglichst wenige Kinder mit dem Auto zur Schule gebracht werden?

Grundsätzlich ist eine gute Anbindung an den öffentlichen Verkehr unbedingt notwendig, damit der Straßenverkehr entlastet und die Belastung für die Bewohnerinnen und Bewohner verringert wird. Weniger Staus und verstopfte Straßen sind im Sinne aller, auch der Autofahrer. Manche Menschen sind auf ihr Auto angewiesen. Eine intelligente Verkehrspolitik vereint diese Interessen und verringert die Belastung im Bezirk.

  1. Die Verlängerung der Straßenbahnlinie O zum Friedrich-Engelsplatz ist für das
    Viertel von hoher Bedeutung. Unsere letzte Information ist, dass hier noch keine
    konkreten Planungen vorliegen. Werden Sie Maßnahmen setzen damit das Projekt rasch umgesetzt wird?

Eine gute Verkehrsanbindung ist wie bereits beschrieben unerlässlich. Sollte bisher keine Planung erfolgt sein, wird NEOS sich vehement für eine Prüfung und mögliche Erweiterung der Verkehrsanbindung einsetzen.

  1. Im Nordbahnviertel ist gerade der Austria Campus in Bau. Dieser großvolumige
    Baukomplex bildet eine wichtige Verbindung zwischen dem Nordbahnviertelund dem Knoten Praterstern. Welche Maßnahmen in Bezug auf die Durchwegung sowie
    Nutzungsmischung sollten Ihrer Meinung nach dort gesetzt werden, damit die
    BewohnerInnen davon profitieren können.

Die Bruno-Marek-Allee wird die Hauptquerverbindung zwischen Walcherstraße und der freien Mitte darstellen. Wir möchten eine verkehrsberuhigte und barrierefreie Begegnungszone ohne Gehsteigkanten oder Stufen mit einem klaren Profil und Warenangebot, z. B. Etablierung als Gesundheitsstraße mit einem Nutzungsmix aus Sportgeschäften, Biowaren, Medizinischen Bedarfsartikel, Lokalen in Verknüpfung mit dem Primärversorgungszentrum. (siehe auch Frage 3)

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