Eine gute Gartensaison geht zu Ende…

Ähm Gartensaison? Moment, wir leben hier mitten in der Stadt werden viele denken. Aber JA!

Hier bei uns im Nordbahnviertel kann man seinen grünen Daumen sehr gut einsetzen. Es gibt nämlich mehrere „Stadtgartl-Initiativen“ in unserem Grätzel am Alten Nordbahnhof.

Mit den Mintzgärten hat unser Grätzl seinen ersten Nachbarschaftsgarten. Er befindet sich am Campus südlich des Bednarparks.  Hier haben sich viele Gärtner/innen in Zusammenarbeit mit der Gebietsbetreuung 2/20 zusammengetan und bepflanzen gemeinsam Hochbeete. Neben Gemüse und Kräuter gedeiht auch die Nachbarschaft prächtig.

Die Mintzgärten

Zwei weitere Gartenkisten wurden auch vom Nachbarschaftszentrum auf der anderen Seite des Parks, vor „Wohnen am Park“ aufgestellt und seither betreut.

Im Robert-Uhlir-Hof (RUH) wurden im Mai unter dem Motto „Gemeinsam pflanzt es sich besser“ sechs mobile Beete mit Unterstützung der Wohnpartner für Gemeindebauten aufgestellt und von interessierten MieterInnen des RUH gemeinschaftlich bepflanzt und gewässert. Besonders diesen Sommer war das heuer sehr wichtig. Eine Kiste wurde für Kinder vorbehalten: seitdem gedeihen dort leckere Paradeiser! Immer wieder laden die in Gruppen aufgestellten Kisten zum „Vorbeischauen“ für Vorbeigehende ein, Leute kommen zusammen und ins Gespräch. Im September soll eine eigene Gruppe gegründet werden und das Garteln weiterentwickelt werden.

Ausgehend von den tollen Baumscheiben im Stuwerviertel schwappte das Grün auch ins Nordbahnviertel. Diesen Sommer wurden zahlreiche „Baumscheiben“ von Nachbarn übernommen und in blühende Flächen verwandelt. Auf der Leystrasse westlich vom Park gibt es 20m² große Baumscheiben, von der größten Sonnenblume des Bezirks bis zu einer blühenden Bienenweide ist alles dabei.

Baumscheibe in Standardausführung
Baumscheibe in Standardausführung

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Die BürgerInnen werden dabei von der Gebietsbetreuung  (GB*2/20) unterstützt und entsprechende Flächen, nach Möglichkeit, vor der Haustüre vermittelt.

Die einfachste Form des Gartlns ist allerdings das GuerillaGardening. Hier lässt man einfach Samen dort fallen wo Platz ist oder man setzt einfach Blumen ein. Die Stadtgärten sind hier sehr kulant und lassen die Pflanzen am Leben. So z.b. An der Ecke Taborstrasse /Vorgartenstrasse, hier wächst eine wunderbare Sonnenblume. sonnenblume-vorgarten
Sicher tragen diese Garten-Initiativen zur Begrünung und Verschönerung, nicht zuletzt aber zur Integration in unserem Grätzl bei. Diesen Sommer haben auch viele BewohnerInnen bemerkt, dass große, alte Bäume nicht nur angenehmen Schatten spenden sondern generell das Klima verbessern.

Eine weitere sehr interessante Initiative ist Stadtfrucht Wien. Die Idee der Obstbäume im urbanen Raum ist nicht neu, in Wien aber fast nicht vorhanden. 10% der Neupflanzungen sollen Obstbäume sein. Hier die Petition „Recht auf Marmelade“ . Bei uns in der „Freien Mitte“ wäre ein Obstgarten wunderbar.

Ein Blick über die Grenzen zeigt auf was alles möglich ist, wenn man will. 🙂

Die bekannteste Initiative ist der Prinzessinnengarten in Berlin.

Hier wurde eine 60 Jahre lang unbenutzte Brachfläche in ein Paradies für Stadtgärtner verwandelt. Rund 6000m² werden bewirtschaftet. Da die Initiative ohne jede Förderung auskommt, und der Mietvertrag mit der Stadt immer nur um 1 Jahr verlängert wird, ist alles sehr mobil. Gepflanzt wird in Kisten, Säcken und sogar in Tetrapacks. Sehr beeindruckend ist die Google Bildersuche:

Andernach, eine Stadt baut an:

http://www.nachhaltigleben.de/31-garten/2190-urban-gardening-in-andernach-buerger-ernten-mitten-in-der-stadt

Hier nutzt die Stadt selbst Brachflächen und baut Obst und Gemüse an. Der Clou dabei ist aber, die Flächen sind nicht eingezäunt, sondern frei zugänglich und jeder Bürger kann ernten!

Anfangs gab es Bedenken wegen Chaos und Vandalismus, aber beides blieb aus.

Die Stadt spart auch sehr viel Geld. Die Pflege der städtischen Grünanlagen und deren jahreszeitliche Bepflanzung kostet in Deutschland im Schnitt 60€/m². Zum Vergleich, der Anbau von Gemüse und Obst kostet nur 12€/m². Eine tolle Initiative! Vielleicht beispielgebend für einen Teil der großen Freifläche rund um den Wasserturm.

BrooklynGrange:

http://www.brooklyngrangefarm.com/

Die Weltweit größte Dachfarm befindet sich sich, wie könnte es anders sein, in NeyYork.

Sehr beeindruckend! Allerdings wird die Farm kommerziell genutzt.

Hongkong ist auch interessant, hier ein schräger Bauernhof:

http://www.ueber-land.eu/urban-farming-hongkong-farm-bauernhof-auf-dachterrasse/

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Ein Gedanke zu “Eine gute Gartensaison geht zu Ende…

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